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Obstipation

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Verdauungsstörung Nr. 1


Die chronische Stuhlverstopfung (Obstipation) gehört zu den Zivilisationskrankheiten. Besonders in den westlichen Industrieländern tritt sie häufig auf. Man kann davon ausgehen, dass es sich um die häufigste Funktionsstörung handelt.
In Deutschland leiden ca. 30-60% der Bevölkerung an Obstipation. Bereits im Mittelalter und im alten Ägypten haben die Menschen an Verdauungsstörungen gelitten. In medizinischen Schriften aus jener Zeit sowie in Literatur und Kunst finden sich zahlreiche Hinweise auf Obstipation. Frauen sind etwa doppelt so oft betroffen wie Männer.

Symptome

Die Verstopfung ist gekennzeichnet durch:eine zu lange Verweildauer des Stuhls im Darm (selten) und/oder eine zu hohe Konsistenz des Stuhls (hart) geringes Stuhlvolumen (wenig) Probleme beim Absetzen

Wie oft ist normal?

Man geht heute davon aus, dass sowohl Entleerungen von dreimal pro Tag genauso normal einzustufen sind wie täglich oder im Abstand von 2-3 Tagen (3 mal pro Woche). Bei gesunder ballaststoffreicher Kost ist allerdings die tägliche Stuhlentleerung die Regel.
Vor dem Einsatz von Medikamenten sollte zunächst mit allgemeinen Maßnahmen wie Ernährungsumstellung, regelmäßiger Bewegung, Toilettenkonditionierung, Stressabbau u.s.w. versucht werden, den trägen Darm wieder in Schwung zu bringen.

Formen

Chronische Verstopfung

Sie ist die häufigste Form der Verstopfung. Chronisch bedeutet, die Verstopfung existiert bereits über einen längeren Zeitraum. Oft haben sich die Betroffenen damit abgefunden, nehmen regelmäßig abführende Medikamente ein und machen sich keine weiteren Gedanken darüber.

Akute Verstopfung

Die akute Verstopfung tritt plötzlich auf. Es kann verschiedene Ursachen hierfür geben. Die häufigsten sind:Reisen Bettlägerigkeit nach Operationen oder bei Krankheit Darmverschluss Beschwerden im Afterbereich, z.B. Hämorrhoiden Hormonelle Veränderungen, z.B. Eintreten der Wechseljahre oder Pubertät, Schwangerschaft Medikamente, z.B. Schmerz- oder Hustenmittel Pseudo-Verstopfung

Hierbei handelt es sich um eine kurzzeitige Reduktion der Stuhlfrequenz durch:Ernährungsumstellung - z.B. Reduktionskost Zustand nach Durchfall - der Darm ist leer und braucht eine Weile, bis er wieder ausreichend gefüllt ist Zustand nach dem Fasten Ursachen

Die Hauptursache für Verstopfung in den westlichen Industrieländern ist eine ungenügende Ballaststoffzufuhr.
Zusätzlich können aber auch folgende Faktoren eine Obstipation begünstigen:
Ernährung Mangelnde Flüssigkeitsaufnahme zu wenig pflanzliche Kost - zu viele tierische Lebensmittel
Mangelnde Bewegung
Auto statt Fußweg Aufzug statt Treppe Bus statt Fahrrad Fernseher statt sportlicher Feierabend Sitzende Berufstätigkeit
Hetze/Stress/zu wenig Entspannung
Unterdrückung des Defäkationsreizes ("keine Zeit") Nicht genügend Zeit zum Essen nehmen - nicht ausreichend kauen Nicht abschalten und entspannen können
Überforderung
Zu hohe Ansprüche Perfektionismus sich den Anforderungen nicht gewachsen fühlen
Organische Erkrankungen
Divertikulose Divertikulitis Karzinome Reizdarmsyndrom Darmverschluss
Andere Erkrankungen
Schmerzhafte Hämorrhoiden fiebrige Infekte Parkinson Multiple Sklerose Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion)
Weitere Ursachen
Bettlägerigkeit Rollstuhl Schwangerschaft Ernährungsumstellung bei Reisen Abführmittelmissbrauch

Komplikationen

Eine Obstipation muss ernst genommen werden. Zum einen kann die Verstopfung Symptom einer organischen Erkrankung im Verdauungsbereich sein (z.B. ein Tumor). Zum anderen ist die Obstipation meist begleitet von einer Reihe unangenehmer und das Wohlbefinden sowie die Gesundheit beeinträchtigender Begleiterscheinungen wie z.B.:Blähungen seelische Belastungen Hautprobleme Divertikulose/Divertikulitis Hämorrhoiden Karzinome (Krebsgeschwulste) im Dickdarmbereich Bildung von Kotsteinen Schmerzen im Unterbauch
Wichtig:
Abführmittel - wenn überhaupt - nur bei akuter Obstipation und immer unter ärztlicher Aufsicht! Die Komplikationen dauerhaft eingenommener "sanfter" Abführhilfen können gravierend sein.

Ernährungsgewohnheiten - eine Bestandsaufnahme

Ist - Soll - Vergleich
Hamburger, Weißbrot, Schokoriegel, Fleisch, Wurst und Co sind heute sehr beliebte Nahrungsmittel - aber leider nichts für den Darm. Denn der braucht eine andere Kost, um gesund zu bleiben.
Fazit
Wir bevorzugen Lebensmittel, die nicht förderlich für die Verdauung sind und meiden solche, die unserem Darm und unserer Verdauung gut tun.

Ernährungsempfehlungen für die Praxis

Eine gesunde, ballaststoffreiche und ausgewogene Ernährung ist eine wesentliche Voraussetzung für eine optimal funktionierende Verdauung.

Vollwertig sollte es sein

Geben Sie Vollkornprodukten den Vorzug, denn sie sind reich an Ballaststoffen. Tauschen Sie Weißmehlprodukte wie helle Brötchen, Toast, helle Nudeln, geschälten Reis, Misch- und Weißbrot gegen Vollkornprodukte und Müsli aus.
Aber Vorsicht: Vollkorn kombiniert mit Zucker - das verträgt nicht jeder, und häufig sind schmerzhafte Blähungen die Folge.

So natürlich wie möglich

Das bedeutet, die Nahrungsmittel möglichst in ihrer natürlichen Form verzehren bzw. möglichst wenig be- und verarbeiten, denn dann ist gewährleistet, dass die natürlichen Inhaltstoffe (z.B. Ballaststoffe, Vitamine) weitgehend erhalten sind.
Beispiel: Pellkartoffeln statt Kartoffelpuffer, Rohkost oder Frischobst essen statt Saft trinken.

Fettarm, aber nicht fettfrei

Viele sparen mit dem Fett am falschen Ende und lassen das wertvolle Öl am Salat weg. Bei Wurst, Chips und vor allem Käse wird dann aber nicht so genau hingeschaut.
Richtig: Olivenöl und Sonnenblumenöl für Salat und Gemüse verwenden und fette tierische Lebensmittel (Wurst, Käse etc.) gegen fettarme austauschen. Ganz ohne Fett kann der Darm nicht arbeiten - die Devise heißt aber: Fett in Maßen und das richtige (pflanzliche) Fett!

Mehr pflanzliche Kost

Basis unserer Ernährung sollten pflanzliche Lebensmittel wie Getreideprodukte, Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Obst, Gemüse und Salat sein. Hiervon sollten wir uns satt essen, dann nehmen wir nicht nur die Hauptnährstoffe in einem ausgewogenen Verhältnis sondern auch ausreichend Ballaststoffe auf.
Fleisch, Wurst und Co. enthalten zwar wertvolles tierisches Eiweiß, aber auch meist viel Fett. Ballaststoffe sind keine enthalten. Wer sich gesund ernähren möchte und vor allem, wer unter Verstopfung leidet, sollte diese Lebensmittel möglichst nur gelegentlich und in kleiner Menge verzehren.

Reichlich Flüssigkeit

Häufig ist mangelnde Flüssigkeitszufuhr Auslöser einer Verstopfung. Besonders der Darm braucht ausreichend Flüssigkeit für die Verdauungs- und Ausscheidetätigkeit! Täglich 2 Liter Flüssigkeit wie Mineralwasser, Kräuter- und Früchtetee, Saftschorle sollten es schon sein.
Bitte beachten: Mit coffeinhaltigen Getränken wie Kaffee oder Schwarztee und Alkohol (auch Bier!) lässt sich der Flüssigkeitsbedarf des Körpers aufgrund der harntreibenden Eigenschaften nicht decken.

Kräuter, Gewürze und Co.

Seien Sie sparsam mit Salz. Nehmen Sie stattdessen reichlich frische Kräuter, denn sie enthalten Inhaltsstoffe, die die Verdauung fördern. Auch Gewürze wie z.B. Koriander, Anis, Fenchel oder Kümmel regen die Verdauung an.

Milchsaures Gemüse

Unsere Großmütter wussten schon, dass milchsaures Gemüse wie z.B. Sauerkraut, Bohnen und Zwiebel sehr wertvolle Nahrungsmittel sind. Sie sollten jedoch nicht erhitzt werden, damit die Milchsäurebakterien, die so wertvoll für die Darmflora und die Verdauung sind, nicht absterben.

Sauermilchprodukte

Molke, Kefir, Buttermilch und Naturjoghurt sind leichtbekömmliche und verdauungsfördernde Nahrungsmittel.

Esskultur

Nicht nur was und wie viel wir essen, hat einen Einfluss auf unsere Verdauung, sondern auch wie wir essen.
Folgende Empfehlungen helfen, neben einer vollwertigen und gesunden Ernährung, der Verdauung wieder auf die Sprünge: Denken Sie daran: Die Verdauung beginnt im Mund! Jeden Bissen gründlich kauen. Auf das Essen konzentrieren - nicht ablenken durch Lesen oder Fernsehschauen. Genügend Zeit zum Essen nehmen, nicht in Hektik und Eile essen. Wenn keine Zeit zum Essen besteht, besser zu einem späteren Zeitpunkt essen. Ruhepausen gönnen. Die Speisen appetitlich anrichten, den Tisch liebevoll decken, denn das Auge isst mit. 5 kleine Mahlzeiten werden meist besser vertragen als 3 große.

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Die unentbehrlichen Helfer

Ballaststoffe sind unverdauliche Nahrungsbestandteile. Gelangen sie in den Dickdarm, saugen sie Wasser auf und quellen. Das Volumen des Speisebreies vergrößert sich und der Reiz, der auf die Darmwände ausgeübt wird, regt die Darmtätigkeit und damit die Verdauung an. Dies führt zu einer Verkürzung der Darmpassage (= Zeit von der Ankunft des Speisebreies in den Darm bis zur Ausscheidung) und somit zu einer kürzeren Verweildauer der Speisreste im Dickdarm.
Für eine reibungslos funktionierende Verdauung ist das sehr wichtig, denn je länger der Speisebrei im Dickdarm verweilt, umso mehr Wasser wird ihm entzogen, d.h. er wird immer trockener, die Konsistenz dadurch fester und er kann nicht mehr so gut ausgeschieden werden.
Neben der Beeinflussung der Verdauungstätigkeit üben Ballaststoffe noch weitere wichtige Funktionen im Körper bzw. Stoffwechselgeschehen aus.

Ballaststoffe...binden Gifte und andere schädliche Substanzen, die mit der Nahrung in den Darm gelangen und fördern so deren Ausscheidung. machen schneller satt und unterstützen so die Gewichtsregulation. regulieren Blutfett- und Blutzuckerwerte. sind Nährboden für eine Reihe positiver Darmbakterien und dadurch mitverantwortlich für eine gesunde Darmflora. beschleunigen die Darmpassage.

Ballaststoff-Lieferanten

Die wichtigsten Ballaststoffe sind:Zellulose Hemizellulose Pektin Lignin Ballaststoffe sind in pflanzlichen Lebensmitteln enthalten, v.a. in Getreide und Getreideprodukten wie z.B. Vollkornbrot, Vollkornnudeln und Vollkornreis. Auch Kartoffeln, Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte enthalten reichlich Ballaststoffe.

ie Menge macht'sung) sollten täglich mit der Nahrung zugeführt werden.
Der Verzehr an Ballaststoffen ist durch die Änderung unserer Essgewohnheiten stark zurückgegangen. Die geforderte Menge erreichen in unseren Breiten nur die Wenigsten!

Aber Vorsicht - wer seine Ernährung von heute auf morgen völlig umstellt und nun plötzlich mehr Ballaststoffe aufnimmt, der muss mit Blähungen, Druck- und Völlegefühl und Bauchschmerzen rechnen. Der Darm ist die faserreiche Kost nicht mehr gewöhnt und sollte langsam umgewöhnt werden.

Flüssigkeitszufuhr

Damit Ballaststoffe im Darm quellen können, benötigen sie reichlich Flüssigkeit. Mindestens 2 Liter Flüssigkeit sollten Sie am Tag trinken! Wenn Sie die Ballaststoffe über Kleie oder andere Quellmittel zuführen, sollten Sie 2,5 Liter pro Tag zu sich nehmen.

Ballaststoffzufuhr

Am besten verträglich und am natürlichsten ist, wenn die Ballaststoffe über Nahrungsmittel aufgenommen werden. Man sollte also nicht Weißbrot und Toast essen und zum Ausgleich den Joghurt mit Weizenkleie anreichern. Besser und v.a. verträglicher ist, Brot und Gebäck aus Vollkornmehl zu wählen und ein Müsli statt Weißbrot zu verzehren.
Die untenstehende Austauschtabelle gibt Ihnen Tipps, wie sich ganz einfach ballaststoffarme Lebensmittel gegen ballaststoffreiche austauschen lassen.

Geeignete und weniger geeignete Lebensmittel

Die Umstellung auf eine ballaststoffhaltige Ernährung ist einfach, wenn Lebensmittel, die arm an Ballastoffen sind, gegen ballaststoffreiche ausgetauscht werden.
Brötchen, Toastbrot, Weißbrot, Croissant gegen Vollkornbrot, Leinsamenbrot, Grahambrot, Pumpernickel
Torten, Kuchen, Waffeln, Kekse, Zwieback gegen Vollkornzwieback, Vollkornkekse, Kuchen mit Vollkornmehl gebacken, Früchtebrot. Teigwaren gegen Vollkornteigwaren, Hirse, Grünkern. Polierter Reis gegen Vollkornreis
Cornflakes Getreideflockengegen Vollkornhaferflocken
Pudding, Cremespeisen, Eis gegen Beerenfrüchte, Rote Grütze, Obstsalat, Müsli, Backobst

Ballaststoffgehalt einiger Lebensmittel

Nahrungsmittel und ihr Ballaststoffgehalt in 100g
Weizenkleie 49
Leinsamen 39
Kichererbsen,getrocknet 21
Haferkleie 19
Weizenkeime 17
Weizenvollkornmehl 13
getr. Feigen 13
Haferflocken 10
Weizenflocken 10
Pumpernickel 9
Roggen-/Weizenvollkornbrot 8
Kidneybohnen, weiße Bohnen 8
Vollkornnudeln 8
Erdnüsse 7
Rosinen 6
Müsli-Mischung, im Durchschnitt 10
Vollkornzwieback 10
getr. Pflaumen 5
Erbsen, gekocht 4
Brokkoli, gekocht 3
zum Vergleich
Tomaten 1
Gurken, roh 0,5
Fleisch, Wurst, Fisch 0
Käse 0
Eier 0
Milch, Milchprodukte 0
Quelle: Die große GU Nährwert-Tabelle
Die Liste zeigt, wie viele Ballaststoffe in welchen Lebensmitteln enthalten sind. In der Praxis sollte man jedoch bedenken, dass man nicht 100g Kleie und 100g Haferflocken isst. Mit Brot und Obst erreicht man diese Menge jedoch schnell.

Schnellwirkende Hausmittel

Es gibt eine Reihe von natürlichen Mitteln, die gute Erfolge bei der Ankurbelung der Verdauungstätigkeit bringen. Bei einer hartnäckigen, möglicherweise schon seit Jahren bestehenden Verstopfung, ersetzen sie jedoch nicht die Ernährungsumstellung und ebenso nicht die Änderung von ungünstigen Lebensgewohnheiten. Sie sollen eine Art 1. Hilfe darstellen.

1 Glas stilles Wasser

Trinken Sie morgens nüchtern als erstes ein Glas stilles Wasser. Es sollte Zimmertemperatur haben.

Feigen und Trockenpflaumen

Weichen Sie abends einige getrocknete Feigen oder Pflaumen in 1 Tasse Wasser ein und lassen sie das Ganze abgedeckt bei Zimmertemperatur über Nacht stehen. Am nächsten Morgen essen sie die eingeweichten Früchte und trinken das Einweichwasser dazu.

Müsli und Milchzucker

Essen Sie zum Frühstück ein Müsli mit 1 EL Kleie, 1 EL Leinsamen und 1-2 TL Milchzucker.

Sauerkraut

Trinken Sie vor dem Mittagessen 1 Glas Sauerkrautsaft oder essen Sie mehrmals täglich einige Gabeln rohes Sauerkraut.

Kefir, Joghurt

Essen Sie täglich eine Portion Sauermilchprodukt, evtl. angereichert mit Leinsamen und/oder Kleie. Dann das zusätzliche Glas Wasser nicht vergessen!

Apfelessig

Trinken Sie morgens nüchtern ein Glas stilles Wasser (0,2 Liter) mit max. 1 Esslöffel Apfelessig.

Bauchmassage

Selbstmassage des Bauches. Langsame kreisende Bauchmassage im Dickdarmverlauf, möglichst kombiniert mit der Atmung, übt eine sanfte Anregung auf die Peristaltik (Darmbewegungen) des Dickdarms aus.

Einlauf

Der Einlauf ist eines der ältesten und schonendsten Mittel, die abzuführend wirken und den Darm schonend reinigen; aber Vorsicht vor Darmverletzungen!

Bewegung muss sein

Unsere heutige Lebensweise ist gekennzeichnet durch einen Mangel an körperlicher Aktivität. Viele haben einen sitzenden Beruf und auch der Feierabend wird im Sitzen verbracht. Das Auto oder der Bus bringen uns ohne jegliche Anstrengung dahin, wohin wir möchten und auch das Treppensteigen nimmt uns der Fahrstuhl ab.
Die Muskulatur und auch die Darmmuskulatur wird nicht trainiert und wird dadurch schlaff - die Därme haben keine muskuläre Führung mehr. Wer an Verstopfung leidet und sich wenig bewegt, tut wie jeder andere gut daran, den Körper mehr zu fordern, Sport zu treiben und sich ausreichend zu bewegen. Denn Sport und jede Form der Bewegung aktivieren den Stoffwechsel und regen die Darmtätigkeit an. Wichtig ist jedoch, dass Sie regelmäßig für Bewegung sorgen.

Turnstunde für den Darm

Spezielle Gymnastikübungen

Gymnastik macht nicht nur beweglich, sondern die meisten Gymnastikübungen, kombiniert mit intensiver Atmung, wirken wie eine sanfte Massage auf den Darm. Besonders Bauchmuskelübungen bringen den Darm so richtig in Schwung!
Im Folgenden finden Sie einige Gymnastikübungen, die positive Auswirkungen auf Ihren Darm haben: Durch die speziellen Übungen wird Druck auf den Bauchbereich ausgeübt. Die Atmung wird angeregt, wodurch die Bauchmuskeltätigkeit aktiviert wird. Die Wechselwirkung von Muskelanspannung und Muskelentspannung wirkt sich entkrampfend auf den Darm aus, was v.a. von Blähungen befreit. Radfahren im Liegen

Legen Sie sich ausgestreckt auf den Rücken, heben Sie die Beine an und strampeln sie kräftig mit den Beinen in die imaginären Pedale, so als säßen Sie auf einem Rad. Anfangs ca. 35x, später steigern.

Übung für den Beckenboden

Sie liegen auf dem Rücken, strecken die Beine im rechten Winkel in die Höhe und scheren (grätschen) nun die Beine auseinander und wieder zusammen und so fort, insgesamt 10x, später öfter.

Kerze im Stehen

Stehen Sie kerzengerade, strecken Sie die Arme in die Höhe. Tief einatmen, den Oberkörper langsam vorneigen, in den Knien nachgeben.
Wenn Sie unten sind, atmen Sie langsam aus und verharren kurz in die dieser Position. Achten Sie auf die Bauchmuskelspannung. Dann langsam wieder aufrichten.

Stressabbau

Dass Stress und Hektik bei den meisten Menschen Störungen des Magen-Darm-Traktes hervorrufen, ist allgemein bekannt. Zum einen nimmt man sich bei der alltäglichen Hast oft keine Zeit für regelmäßige Mahlzeiten, zum anderen ignoriert man häufig den Stuhldrang und schiebt den Gang zur Toilette auf.
Wer sich keine Zeit zum Frühstücken nimmt und nur so eben zwischen Tür und Angel eine Tasse Kaffee hinunterstürzt, spürt den Stuhldrang dann vielleicht später, im Auto oder bei der Arbeit. In der Hetze des Berufsalltags lassen wir den Stuhldrang oft gar nicht in unser Bewusstsein gelangen. Wenn das öfter passiert, gewöhnt sich der Darm an diese Umstände, bremst seine Tätigkeit und es kommt zu Verstopfung-

Praktische Tipps

Stressabbau als Verdauungshilfe - im Folgenden finden Sie Empfehlungen zum Verhindern von Stresssituationen bzw. zum Stressabbau.Planen Sie morgens genügend Zeit für das Frühstück und den Gang zur Toilette ein. Gehen sie sparsam mit Stimulantien wie Kaffee, schwarzer Tee, Nikotin und Alkohol um bzw. verzichten Sie darauf, besonders in stressreichen Tagen! Nehmen Sie Ihre Mahlzeiten (und Zwischenmahlzeiten!) in Ruhe ein, ohne dabei zu Lesen oder Fernzusehen. Schlafen Sie ausreichend - 7 Stunden sollten es schon sein. Genießen Sie Nahrungsmittel, die durch ihre Inhaltsstoffe Stress abbauen helfen. Dazu gehören z.B. Vollkornprodukte, Haferflocken und Bananen. Entspannen Sie sich nach einem anstrengenden Tag mit einer Tasse Kräutertee, einer Entspannungs-CD, einem heißen Bad oder einem Spaziergang. Erlernen und praktizieren Sie regelmäßig Entspannungstechniken wie Autogenes Training, Yoga, Tai chi oder andere. Gehen Sie so oft Sie können hinaus in die Natur und nehmen diese bewusst wahr.

Einsatz von Abführmitteln

Was sind Abführmittel?

Der Name sagt schon aus, was sie bewirken - sie führen ab. Genauer gesagt beschleunigen Abführmittel (Laxantien) die Darmpassage und führen zu einer Stuhlentleerung. Sie fördern jedoch nicht die Verdauungsleistung, d.h. sie haben nichts mit den Verdauungsprozessen selbst zu tun, sondern sie beschleunigen die Entleerung des bereits verdauten Darminhalts.

Wann kommen sie zum Einsatz?

Wenn alle zuvor aufgeführten Therapien wie Umstellung der Lebens- und Ernährungsweise etc. keinen Erfolg bringen, so bieten Abführmittel Hilfe bei der Stuhlentleerung.
Hierbei ist zu beachten, dass es viele verschiedene und unterschiedlich wirkende Gruppen von Laxantien mit mehr oder weniger großen Nebenwirkungen gibt.
Abführmittel sollten nicht wahllos eingesetzt werden. Bei der Therapie sollte immer ein Arzt zu Rate gezogen werden. Ferner besteht bei unsachgemäßem Laxantiengebrauch die Gefahr eines Elektrolytverlustes, v.a. ein Kaliumverlust. Das kann zu lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen führen!

Vorsicht

Bei chronischem Abführmittelgebrauch tritt eine Gewöhnung ein, d.h., um eine Stuhlentleerung zu erreichen, müssen nun ständig Laxantien eingesetzt werden.

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Arten von Abführmitteln

Füll- und Quellmittel

Wirkungsweise
Diese Substanzen bewirken ihre Quellfähigkeit, indem sie Flüssigkeit binden. Dadurch erreichen sie eine starke Volumenzunahme. Dadurch wird ein Dehnungsreflex auf die Darmwand ausgeübt.
Die Darmbewegungen werden zu einer intensiven Tätigkeit angeregt.
Bei Einnahme dieser Substanzen ist darauf zu achten, dass ausreichend Flüssigkeit zugeführt wird, um eine Verkleisterung im
Darm zu vermeiden

zu vermeiden.
Leinsamen, Kleie Indischer Flohsamen Zellulosederivate
Vorteile
Lokale Wirksamkeit im Darm Mittel werden nicht resorbiert, d.h. gelangen nicht ins Blut Keine Nebenwirkungen (vorausgesetzt, man trinkt ausreichend!)
Nachteile
Bei organischen Erkrankungen des Darms (z.B. Störungen der Nerven in den Dickdarmwänden) zeigen sie keine Wirkung. Blähungen

Osmotisch wirkende Abführmittel

Wirkungsweise
Diese altbekannten Mittel wirken durch eine Flüssigkeitsverschiebung vom Blut des Darmes ins Darmgewebe. Hierdurch wird das Volumen des Speisebreis vergrößert und der Darminhalt verflüssigt. Zu beachten ist, dass parallel zur Einnahme dieser Mittel große Mengen Flüssigkeit zugeführt werden muss, um den Flüssigkeitsverlust des Gewebes und der Blutgefäße wieder auszugleichen.
Beispiele für osmotisch wirkende Mittel:Glaubersalz (Natriumsulfat) Bittersalz (Magnesiumsulfat) Lactose (Milchzucker) Lactulose Vorteileurzfristige Darmreinigung Völlige Entleerung (z.B. vor OPs) Nachteile (der Mineralsalze)Vitamin- und Mineralstoffverluste Abschwächung der Wirkung von Medikamenten (z.B. Anti-Baby-Pille) Werden z.T. vom Organismus aufgenommen Viele Kontraindikationen (z.B. Bluthochdruck) Hydragoge Abführmittel

Hydragog bedeutet, dass diese Substanzen den Einstrom von Wasser von der Darmwand in den Darm fördern. Dies geschieht durch Erhöhung der Durchlässigkeit der sog. Darmwand-Kittleisten. Ein Großteil dieser Mittel führt zu einer schleimhautirritierenden bzw. -reizenden Wirkung.
Beispiele:
Antrachinonderivate wie Faulbaumrinde, Sennesblätter, Aloe (meist in Tees, Früchtewürfeln oder Dragees), Rizinusöl

Synthetische Abführmittel
z. B. mit den Wirkstoffen Bisacodyl, Natriumpicosulfat Vorteile (nur synthetische Abführmittel)
Gut zu dosieren (individuell, in Tropfenform)
Regen die Darmbewegungen an
Nachteile: Anthrachinonhaltige Stoffe erzeugen häufig Durchfall, verbunden mit Krämpfen Elektrolyt-Verluste Darmreizung.
Führen zu Funktionsstörungen in der Schleimhaut des Darms Fördern die Krebsentstehung
Genaue Dosierung erforderlich, sonst Krämpfe und Durchfälle mit negativen Begleiterscheinungen wie Elektrolytverlusten etc. Führen zu Gewöhnung

Gleitmittel

Gleitmittel sind unverdauliche, oberflächenaktive Stoffe, die den Darminhalt erweichen und gleitfähig machen. Sie sollten, wenn überhaupt, nur kurzfristig angewendet werden.
Beispiele:
Glycerin (mögliche Nebenwirkung: bei besonders empfindlichen Personen oder vorgeschädigter Schleimhaut in Einzelfällen Reizungen der Enddarmschleimhaut)
Paraffinöl (mögliche Nebenwirkungen: niedrige Kalium- und Calciumspiegel; bei hoher Dosis: Hautschäden im Analbereich; bei Dauermedikation Ablagerung von Paraffin im Organismus möglich)
Rizinusöl
Rizinusöl wirkt an sich nicht abführend. Im Dünndarm wird es durch Enzyme der Bauchspeicheldrüse (mit Hilfe von Galle) in die Bestandteile Ricinolsäure und Glycerin (siehe oben) zerlegt. Die Ricinolsäure stimuliert körpereigene Botenstoffe (Histamine), die wiederum die Darmbewegung fördern. Die Dosis sollte 30ml pro Anwendung nicht überschreiten, während der Schwangerschaft und bei Unverträglichkeiten sollte Rizinusöl nicht verwendet werden.

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